Erotische Kurzgeschichte

Stossgebet

Nein, bislang ist es noch keinem gelungen, immerdar in einer Frau zu verweilen. Meist nach Minuten schon, spätestens aber nach Stunden erschlafft auch der standhafteste Pornodarsteller. Man bedauert es, aber so ist es nun mal, die Natur ist nicht eingerichtet für die dauerhafte Verstöpselung. Der längste Fick in der Geschichte der Menschheit? Gibt es dazu einen Guinness Buch der Rekorde Eintrag? Welche äusseren Umstände müssten dafür gegeben sein, fragt man sich. Ein Schwanz mit Widerhaken? Eine Möse mit Saugnäpfen?

Beiträge zu Rekorden, Rekordversuchen liebend gerne in den Kommentaren.

Worauf ich hier aus bin, ist etwas anders. Aus Bedauern, dass es nicht vergönnt scheint, allezeit in der Frau zu stecken, bin ich auf das Konzept des Stossgebets gestossen, ähh gekommen, ähh habe ich gefunden.

Nämlich grämte es die alten Mönche, dass sie nicht immerzu beten konnten und dadurch den Herrgott immer wieder verliessen (ergo den Sexpartner). So verfielen sie auf die Idee, mitten aus dem Alltag heraus, kurze Stossgebete gen Himmel zu schicken und so stets die Verbindung zu halten.

Ist das Konzept des Stossgebets auch auf die Sexualität anwendbar? Können wir im Alltag immer wieder mal kurz einstöpseln?

Im Zuge der Recherche dazu bin ich auf eine deutsche Forschungsarbeit gestossen. Die Forschungsarbeit in Filmform trägt den aufschlussreichen Titel „ Stossgebet für meinen Hammer“ und wurde 1976 von der Forschungsgruppe Hans Billian, Uschi Karnat und Christine Szenetra publiziert. Eine erste naheliegende Erkenntnis der Studie lautet:

Keine Kleidung.

Dementsprechend bewegen sich die Akteure im Forschungsfilm mehrheitlich unbekleidet. So kann schnell ein- und ausgestöpselt werden. Für dich, liebe Leserin, habe ich mir die Mühe gemacht, den Wortlaut und einige Illustrationen aus dem Forschungsfilm hier wiederzugeben. Stark vereinfacht natürlich, da es sich doch um eine komplexe Materie handelt.

Mutter und die knapp volljährige Tochter betreten die Sauna.

Mami, ich genier mich so.

Sei nicht albern. Heute ist doch bloss Damentag. Na los komm.

N‘ Abend.

N‘ Abend.

(Orgelmusik)

Nimm doch die Hand da weg. Was hast du denn? Du sollst dich natürlich benehmen. Es sind doch nur Frauen hier.

Sie wird schon noch auf den Geschmack kommen.

Aber nicht so wie Sie meinen! Guck da nicht hin. Können Sie Ihre Fummelei nicht zuhause erledigen?

Die Hitze hier macht so geil. Uhhh, mir läuft schon der Saft raus.

Du sollst so einer Schweinerei nicht zusehen! – Was sagen Sie zu den beiden?

Oh, ich kanns verstehen, bei dieser Hitze juckt die Pflaume ganz irre. Es ist doch keine Schande sich einen abzuwichsen.

Das ist ja ein richtiger Saustall! Glotz da nicht dauernd hin. Komm mal eine Etage tiefer.

Mami! Da an der Tür! Ein Männerschwanz!

Oh Gott, oh Gott! Ich fall in Ohnmacht.

N’Abend, ist irgendwo Platz für mich?

Heute überhaupt nicht. Heute ist Damentag! Scheren Sie sich raus, Sie Wildsau!

Warum sind Sie denn so unfreundlich. Da oben ist doch Platz genug.

Hoppla, wo bin ich denn da reingerutscht.

Gehen Sie raus aus dem Mund meiner Tochter! Sind Sie verrückt geworden!

Ich habs auch eben erst gemerkt. Ein Glück, dass die Kleine noch ihre Milchzähne hat.

Fantastisch sieht er aus. Darf man ihn anfassen?

Nur zu.

Ohh, fasst sich himmlisch an. Liegt richtig knackig in der Hand.

Mhmm, ist das ein Schwanz. Auf solche Schwänze stehe ich.

Wir verlangen, dass der Mann sofort die Sauna verlässt! Ein Skandal ist das!

Verklemmte Weiber. Ein Schwanz ist das natürlichste der Welt.

Schauderhaft, jetzt nimmt die das Ding auch noch in den Mund!

usw.

Eindeutig erkennbar, die Hinwendung zum Sexuellen auch im Alltag. Der Forschungsfilm zeigt wie das geschehen kann und hat in diesem Sinne nichts von seiner Aktualität verloren.

Alsdann bleibt mir nur noch das Schlusswort:

Betet freie Bürger, betet und stosst.

Wie leckt man eine Frau richtig? Prof. Dr. Cunni Lingus gibt Auskunft.