Erotische Kurzgeschichte

Der Auerhahn und die grosse Liebe

Luise kommt zu mir rüber und legt sich zu mir nieder. Wir vögeln wie der König von Bulgarien. Der Auerhahn stimmt ein Liedchen an.

Jeden Tag sehe ich Luise

ganz alleine auf der Wiese.

Sie ist nicht nur oben ohne,

sie ist insgesamt nicht ohne.

Ich denke an die Sachen,

die wir niemals machen werden.

Doch dann, am Samstag um halb vier,

kommt sie rüber zu mir.

Eine kleine Weile nur, flüstert sie mir ins Ohr,

du und ich, allein.

Die Luft ist schwer und voller Staub.

Ich bin bloss ein kleiner Waise und da ist diese grosse schöne Frau.

Erst küsst sie mich aufs Auge, dann aufs linke Ei.

Ein Auerhahn geht vorbei.

Er schaut zu, wie Luise auf mir reitet.

Wie ich mit muss,

mit ihrem Rhythmus.

Wie ich auf sie steige und sie stosse

wie der König von Bulgarien.

Ein Lied trällert der Auerhahn von einem Meer der Liebe,

in dem man nicht schwimmt, sondern sich treiben lässt,

in dem man untertaucht, ohne die Luft anzuhalten.

Ich bin beinahe oben, auf dem Berg, keuche ich.

Bald kommt der Hafen, bleib an Board, antwortet Luise

in dieser kleinen Krise.

Und wie kann es besser enden,

als in ihren schönen Händen?

Mit der grössten Eleganz

umfasst sie meinen Schwanz.

Ich schnappe mir die Vulva,

lasse die Zunge schnellen.

Wie wir ins Paradies eingehen,

hats der Auerhahn schon kommen sehen.

Tanzen, lachen und küssen immerzu,

danach stehe ihr der Sinn, sagt Luise.

Ich will ernst sein und sie fragen,

aber sie will nichts sagen.

Klar ist nur, dass das die grosse Liebe ist.

Das sieht sie auch so, ja ja.

Eine Reminiszenz an Stephan Remmler.